Mit seinem 18,4 Zoll großen Display sticht das Samsung Galaxy View eindrucksvoll aus der Masse der Tablets heraus. Höchstwerte werden aber auch beim Gewicht und den Abmessungen erreicht. Für welchen Einsatzzweck sich das Gerät eignet und ob es in technischer Hinsicht überzeugen kann, zeigt unser Test.
Mit dem Galaxy View SM-T670 hat Samsung ein Android Tablet im Programm, das den üblichen Größenrahmen dieser Gerätegattung deutlich sprengt: Mit einer Bildschirmdiagonale von 18,4 Zoll überragt es selbst die meisten Notebooks deutlich. Auffällig ist zudem der integrierte Standfuß auf der Rückseite, der sich in zwei Positionen arretieren lässt. Im Inneren stecken ein hauseigener Octacore-SoC, 2 GB RAM sowie 32 GB Speicherplatz. Grundsätzlich gibt es das Galaxy View in den Farben Schwarz und Weiß sowie mit oder ohne Mobilfunkmodem. Auf dem deutschen Markt ist jedoch nur letztere Variante erhältlich, sodass sich auch unser Testgerät nur über WLAN mit dem Internet verbindet. Es ist aktuell ab rund 540 Euro erhältlich.

Durch seine ungewöhnlichen Abmessungen hat das Samsung Galaxy View kaum direkte Konkurrenz. Andere außergewöhnlich große Tablets wie beispielsweise das Microsoft Surface Pro 4 oder das Apple iPad Pro 12.9 sind merklich kleiner und dennoch deutlich teurer. Für einen fairen Schlagabtausch ziehen wir daher zusätzlich zwei Tablets der 10-Zoll-Klasse – das Samsung Galaxy Tab S2 9.7 sowie das Lenovo Yoga 3 Tab Pro 10 – heran, die zu etwas niedrigeren Preisen als das Testgerät zu haben sind. Technisch eng verwandt ist das Galaxy View zudem mit dem Smartphone Samsung Galaxy S5 Neo, weshalb wir dieses ebenfalls mit in den Vergleich aufnehmen.
Wie unser Größenvergleich eindrucksvoll belegt, handelt es sich beim Samsung Galaxy View um einen wahren Riesen: Nicht nur ist die nutzbare Bildfläche rund 3 mal so groß wie bei gängigen 10-Zoll-Geräten, auch die Gehäuseabmessungen fallen mit 451,8 Millimetern bzw. 275,8 Millimetern einige Nummern größer aus. Samsung gibt eine Gehäusedicke von 11,9 Millimetern an – ein Wert, der jedoch nur im unteren Gehäusebereich und ohne den fest montierten Standfuß erreicht wird. Dieser besitzt lediglich zwei Positionen: Bei der ersten liegt das Gerät in einem leicht schrägen Winkel auf der Rückseite, sodass beispielsweise die Texteingabe erleichtert wird, bei der zweiten steht das Tablet nahezu aufrecht, wodurch beispielsweise Medieninhalte bequem betrachtet werden können. In letzterer Position beträgt die Standfläche auf einem Tisch rund 45,2 mal 11 Zentimeter. Positiv ist, dass durch diese Konstruktion stets ein sicherer Halt beim Bedienen des Touchscreens gewährleistet ist und ein integrierter Tragegriff das Handling des großen Tablets erleichtert. Durch das Gesamtgewicht von 2,65 Kilogramm sowie den nicht flach einklappbaren Ständer auf der Rückseite disqualifiziert sich das Galaxy View jedoch als wirklich mobiler Begleiter. Akku Dell Latitude E6220 .

Das eigentliche Tablet wirkt trotz der großen Abmessungen recht stabil, was sicherlich durch die nicht gerade schmale Taille begünstigt wird. Der Standfuß lässt sich jedoch leicht verwinden. Drückt man im zentralen Displaybereich etwas fester auf den Touchscreen, wird zudem eine geringe Wellenbildung sichtbar. Bezüglich der Gehäusequalität hinterlässt das Gerät subjektiv keinen besonders guten Eindruck: Zwar sind die Spaltmaße gering, das weiße Hartplastik des Gehäuses schmeichelt den Fingerkuppen jedoch nicht. Etwas klapprig und relativ laut sind zudem die Geräusche, die beim Umklappen des Ständers sowie beim Öffnen des microSD-Schachtes auf der Rückseite entstehen. Der integrierte Akku lässt sich laut Handbuch zwar mit etwas Aufwand grundsätzlich austauschen, allerdings soll sich der Käufer hierfür an eine autorisierte Fachwerkstatt wenden.
Da das Galaxy View primär für die Wiedergabe von Multimediainhalten gedacht ist, sollte es auch genügend Speicherplatz für diese besitzen – gerade Videos können den im Auslieferungszustand noch rund 25 GB fassenden internen Speicher jedoch schnell füllen. Dank microSD-Karten-Slot ist jedoch eine flexible Erweiterung möglich, zumal sich auch Apps auf diese verschieben lassen. Da der integrierte Micro-USB-Port USB-OTG beherrscht, können – ein entsprechendes Adapterkabel vorausgesetzt – auch Dateien von externen Datenträgern wie USB-Sticks abgespielt werden. Ein Vibrationsmotor für haptisches Feedback, NFC sowie die Bildausgabe via Miracast oder MHL sind hingegen nicht mit an Bord. Zudem beschränkt sich die Sensorausstattung auf einen Helligkeitssensor. Daten lassen sich via Bluetooth 4.1 sowie Wi-Fi Direct übertragen, für das Streaming von Medieninhalten steht DLNA zur Verfügung. Der Ton kann über eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse ausgegeben werden.
Nach wie vor basiert das Galaxy View auf Android 5.1.1. Ob – und wenn ja, wann – ein Update auf Android Marshmallow erfolgen wird, ist nicht bekannt. Als Benutzeroberfläche kommt wie üblich Samsungs eigene Kreation namens TouchWiz zum Einsatz, die jedoch an zentraler Stelle eine Anpassung erfahren hat: So landet der Nutzer nach einem Neustart des Geräts auf einer speziellen Video-App-Ansicht, anstatt zum Homescreen zu gelangen – dieser ist aber natürlich mit einem Fingerwisch zur Seite oder dem Berühren der entsprechenden Navigationstaste jederzeit erreichbar. Schade ist, dass sich auf der neuen Startseite im Kachel-Design lediglich einige wenige Verknüpfungen zu Apps unterschiedlicher Streaming-Anbieter befinden, die – bis auf die vorinstallierte Youtube App – ohnehin erst aus dem Play Store heruntergeladen werden müssen. Ein grundsätzliches Problem ist hierbei, dass es sich um eine statische Ansicht handelt: Einerseits können so keine zusätzlichen Dienste hinzugefügt werden, andererseits führen die Links bei Veränderungen im Play Store ins Leere, wie es beispielsweise bei der RTL Now App der Fall ist. Der Zusatznutzen der neuen Darstellung hält sich somit in engen Grenzen, zumal während des Tests mehrfach kleinere Bugs – wie zum Beispiel ein sichtbar verzögerter Bildaufbau der Kacheln beziehungsweise ein zeitweise vollständiges Fehlen derselben – vorhanden waren.

Eine weitere Besonderheit ist die Systemintegration der App „Family Sharing“, welche über ein dauerhaft in der Navigationsleiste eingeblendetes Symbol aufgerufen werden kann. Hierbei handelt es sich um einen Dienst, über den Fotos und Videos zwischen Samsung Geräten geteilt werden können. Abgesehen von einem Microsoft-App-Paket waren auf dem Testgerät keine weiteren Drittanbieterprogramme vorinstalliert.


Da in unserem Testgerät kein Mobilfunkmodem verbaut war, kann das Galaxy View nur via WLAN auf das Internet zugreifen. Positiv ist hier hervorzuheben, dass auch der aktuelle AC-Standard unterstützt wird. Beim Testbetrieb mit einem Asus-RT-AC56U-Router wurde die Verbindung maximal mit einer Brutto-Datenrate von 433 Mbit/s im 5-GHz-Netz aufgebaut, in 2,4-GHz-Netzwerken waren es hingegen lediglich 65 Mbit/s. Beim standardisierten WLAN-Test mit unserem Referenzrouter Linksys EA 8500 schlägt sich das Galaxy View mit einer gemessenen Übertragungsrate von 254 Mbit/s (Empfangen) bzw. 200 Mbit/s (Senden) sehr gut. Lediglich High-End-Geräte wie Samsungs Top-Smartphone Galaxy S7 Edge oder das OnePlus 3 schneiden hier noch etwas besser ab. Positiv macht sich die flotte Verbindung im 5-GHz-Netz beispielsweise beim Download großer Spiele bemerkbar. Das Tablet unterstützt zudem Bluetooth 4.1, wodurch sich beispielsweise leicht eine Bluetooth-Tastatur koppeln lässt.

Das integrierte Modul zur Positionsbestimmung nutzt sowohl das GPS- als auch das GLONASS-Satellitennetzwerk und findet sowohl im Freien sowie in vielen Innenräumen recht schnell die aktuelle Position. Dabei wird diese bis auf 6 Meter genau bestimmt. Hier haben wir zwar bereits bessere Werte gesehen, allerdings sollte die Leistung für ein Gerät, das sich aufgrund seiner Größe ohnehin kaum für Navigationszwecke eignen dürfte, mehr als genügen. 
Auch bei der Kameraausstattung wird abermals deutlich, dass es sich beim Samsung Galaxy View nur um ein begrenzt portables Gerät handelt. Während alle Vergleichsgeräte auf der Rückseite eine hochauflösende Kamera besitzen, fehlt diese beim Testgerät völlig. Lediglich auf der Vorderseite ist eine Webcam mit Fixfokus angebracht. Videos werden dabei in Full-HD-Qualität mit 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet und können mit guter Schärfe und ordentlicher Audiospur überzeugen, zudem nimmt selbst in spärlich beleuchteten Zimmern das Bildrauschen nicht übermäßig zu. Selbstverständlich können in der Foto-App auch Full-HD-Standbilder aufgenommen werden, für Selfies steht sogar ein „Beauty-Filter“ zur Verfügung. Allerdings fällt die Bildqualität im Vergleich zu den mit deutlich höher auflösenden Sensoren ausgerüsteten Vergleichsgeräten, beispielsweise dem mit einer 8-Megapixel-Hauptkamera versehenen Konzernbruder Galaxy Tab S2 9.7, deutlich ab.
Unserem Testgerät lag – abgesehen von einer Kurzanleitung sowie den gedruckten Garantiebedingungen – lediglich ein eher an ein Notebook-Ladekabel erinnerndes 40-Watt-Netzteil bei. Als offizielles Zubehör ist zudem eine Tagetasche für 49,90 Euro gelistet, die beim Hersteller zum Testzeitpunkt jedoch vergriffen war. Akku Dell Latitude E5520 .

Samsung gewährt auf das Tablet eine zweijährige Garantie, wobei diese für das Netzteil sowie den integrierten Akku auf lediglich 6 Monate eingeschränkt wird.
Da das Tablet weder einen Lagesensor besitzt noch die Darstellung manuell ins Hochformat gedreht werden kann, ist eine Benutzung des Geräts ausschließlich im Querformat möglich. Dies kann bei manchen Apps zu Darstellungsproblemen führen, da einige dennoch im Hochformat – und damit stark skaliert – angezeigt werden. Durch die schieren Ausmaße des Geräts bleiben die Apps aber auch dann noch gut bedienbar.

Samsung installiert auch bei seinem größten Tablet-Spross seine hauseigene Tastatur, welche jedoch mit einem modifizierten Layout versehen ist. So wird der in Hülle und Fülle zur Verfügung stehende Platz für die Einblendung eines zusätzlichen Nummernblocks auf der rechten Seite genutzt – dennoch bleiben auf beiden Seiten der Tastatur breite, ungenutzte Randbereiche bestehen. Das Tippen auf den großen Tasten geht dank deren schierer Größe leicht von der Hand, mit etwas Eingewöhnung ist sogar die Eingabe mittels 10-Finger-System problemlos möglich. Schade ist lediglich, dass es aufgrund des fehlenden Vibrationsmotors kein haptisches Feedback gibt. Texte können selbstverständlich auch mit Wischgesten und Korrekturhilfen eingegeben werden.

Der Touchscreen registrierte Eingaben im Test zuverlässig, wobei er dank der äußerst großen Schaltflächen zumeist leichtes Spiel hat. Bei den selten vorhandenen, kleineren Bedienelementen war ab und an ein zweites Antippen erforderlich, um die entsprechende Aktion auszulösen. Im direkten Vergleich mit kleineren Tablets und Smartphones fällt zudem ein etwas größerer Abstand zwischen dem Display und der eigentlichen Touch-Oberfläche auf. Als störend für den Genuss von Bildinhalten könnten sich zudem die zahlreichen Fingerabdrücke erweisen, die sich im Laufe der Zeit auf dem Touchscreen tummeln.

Die einzigen physischen Tasten – die Lautstärkewippe sowie der Power Button – befinden sich an der Oberkante des Geräts. Sie besitzen zwar einen knackigen Druckpunkt, hinterließen beim Test aber einen recht klapprigen Eindruck.

Subjektiv lässt sich das Gerät zumeist sehr flüssig bedienen, allerdings ist bei manchen Animationen etwas Geduld gefragt, da ein neuer Befehl erst nach deren Ende registriert wird. Dies ist beispielsweise beim Wechsel zwischen dem Android Homescreen und der Startseite mit Video-Apps mittels Wischgeste der Fall.

Da das Gerät vorwiegend als eine Art tragbarer Fernseher konzipiert ist, könnte eine Fernbedienung in bestimmten Situationen von Vorteil sein. Grundsätzlich lassen sich Bluetooth-Tastaturen, -Mäuse und -Fernbedienungen mit dem Gerät koppeln, allerdings werden diese nicht von jeder App vollumfänglich unterstützt. Alternativ bietet Samsung ein passendes Programm namens „Galaxy View Remote“ in Apples App Store sowie Googles Play Store an. Allerdings können nicht alle aktuellen Android Geräte von dieser App profitieren, denn bei vielen der bereits von uns getesteten Modelle ist eine Installation über den Google Play Store gar nicht erst möglich – selbst bei manchem aktuellen Samsung Gerät wie beispielsweise dem Galaxy Tab S2 9.7. Der Käufer des Galaxy View kann sich somit nicht darauf verlassen, die App ohne Weiteres nutzen zu können.
Mit satten 18,4 Zoll in der Diagonalen ist das Display des Samsung Galaxy View sicherlich ein Höhepunkt des Geräts. Da die Auflösung mit Full-HD jedoch nicht höher als bei vielen kleineren Mobilgeräten ausfällt, lassen sich aufgrund der relativ geringen Pixeldichte von 120 ppi aus der Nähe noch recht mühelos einzelne Bildpunkte erkennen. Selbst beim Abstand von einer Armlänge wirkt die Darstellung von Webseiten, Schriften und Bedienelementen nicht ganz so scharf wie bei den meisten 10-Zoll-Tablets. Entfernt man sich noch etwas weiter, um zum Beispiel Filme zu schauen, wirken die Inhalte jedoch ausreichend scharf und detailliert.

Mit einer durchschnittlichen Maximalhelligkeit von 435 cd/m² beim Anzeigen einer weißen Fläche holt sich das Galaxy View den Spitzenplatz in der Vergleichsgruppe. Der Maximalwert von 468 cd/m² ändert sich nur unwesentlich auf 473 cd/m², sobald wir auf einer Fläche mit gleichmäßig verteilten hellen und dunklen Bereichen messen (Average Picture Level/APL 50). Aktiviert man allerdings den Helligkeitssensor, so sinkt die maximale Luminanz auf 427 cd/m². Aufgrund des höchsten Schwarzwertes im Vergleich ist der Kontrast des Panels mit 821:1 bestenfalls durchschnittlich. Weniger gefallen haben auch die mit 80 % relativ ungleichmäßige Ausleuchtung sowie das wahrnehmbare Backlight Bleeding (siehe Bild). Dieses fällt jedoch nur in abgedunkelten Räumen bei relativ hoher Displayhelligkeit und dunklen Bildinhalten wirklich auf – gerade bei einem für den Videokonsum ausgelegten Gerät ist dies jedoch besonders schade. Gut ist hingegen, dass die Hintergrundbeleuchtung stets flackerfrei ihren Dienst verrichtet.
Hinsichtlich der Farbdarstellung gelingt dem Galaxy View mit einer durchschnittlichen DeltaE-Abweichung von 5 (Mischfarben) sowie 5,8 (Graustufen) nur eine mittelmäßige Leistung (Idealbereich je . Zwar ermitteln wir insbesondere bei günstigen Notebooks häufig noch deutlich schlechtere Werte, dass aber auch beim Testgerät noch Luft nach oben wäre, zeigen Apples iPad Pro 12.9 sowie Microsofts Surface Pro 4 sowie die mit AMOLED-Displays bestückten Samsung Geräte Galaxy S5 Neo und Galaxy Tab S2 9.7. Mit 7.676 K (Idealwert 6.500 K) fällt die Farbtemperatur des Displays zudem etwas zu hoch aus, was sich im Alltag jedoch nicht negativ bemerkbar macht. Beim Schauen von Filmen kann diese Einstellung sogar für einen subjektiv besseren Bildeindruck sorgen, weshalb bei anderen Mobilgeräten mit wechselbaren Farbmodi das Kino-Setting zumeist auch mit einer kühleren Farbdarstellung einhergeht. Akku Dell Latitude E6320 .
Trotz seiner vergleichsweise hohen Maximalhelligkeit hat das Display im Freien mit dem starken Umgebungslicht sowie den deutlich wahrnehmbaren Spiegelungen zu kämpfen. Der Einsatz im Schatten ist dennoch möglich, sofern Reflexionen vermieden werden.
Hinsichtlich der Blickwinkelstabilität zeigt sich der Bildschirm des Galaxy View von seiner Schokoladenseite: Selbst bei flachen Betrachtungswinkeln gibt es keine Farbinvertierungen, und auch die Helligkeit nimmt nur geringfügig ab. Allerdings setzt beim Blick von schräg oben oder unten ein IPS-Glow-Effekt ein, durch den sich dunkle Bildbereiche großflächig aufhellen.
Im Inneren des Galaxy View arbeitet Samsungs hauseigener Exynos 7580 Octa SoC, der auf 8 jeweils mit 1,6 GHz getakteten Cortex-A53-Kernen basiert und auf 2 GB Arbeitsspeicher zurückgreifen kann. Für die Grafikausgabe ist eine Mali-T720 MP2 GPU verantwortlich, die auch neuere Standards wie OpenGL ES 3.1 beherrscht.

Unsere Benchmarks zeigen, dass sich die Peformance des Testgeräts in etwa auf dem gleichen Level bewegt wie die des mit den gleichen Komponenten bestückten Smartphones Samsung Galaxy S5 Neo. Beim Geekbench 3 kann das Tablet im Multi-Core-Test mit 13 % allerdings einen signifikanten Vorsprung herausholen, der möglicherweise auf die etwas bessere Wärmeableitung innerhalb des größeren Gehäuses zurückzuführen ist. Im Gegenzug muss es sich beim Web-Test von Basemark OS II dem kleineren Smartphone deutlich geschlagen geben.

Dass es sich beim Exynos 7580 Octa jedoch nur um Mittelklasse-Hardware handelt, zeigt sich vor allem im Vergleich zu den bereits erwähnten Tablet-Modellen, welche das Galaxy View in nahezu allen Tests deutlich übertreffen. Besonders groß ist der Abstand im Bereich der Grafik-Benchmarks: So erreicht beispielsweise das Samsung Galaxy Tab S2 9.7 beim Ice Storm Unlimited Test von 3DMark (2013) als nächst schnelleres Gerät bereits einen um 75 % höheren Graphics Score, das teurere iPad Pro 12.9 deklassiert das Testgerät mit einem fast sieben Mal so hohen Ergebnis sogar mehr als deutlich.
Bei den Browser-Tests zeigt sich ein ähnliches Bild wie bereits im vorherigen Abschnitt, wobei das Galaxy View im Vergleich zum Smartphone Galaxy S5 Neo stets leicht die Nase vorne hat. Der deutliche Rückstand zu den anderen Tablets ist jedoch auch hier unübersehbar.

Auch subjektiv geht dem Galaxy View beim Browsern auf komplexen Webseiten ab und an die Puste aus, sodass fühlbare Wartezeiten beim Seitenaufbau entstehen. Wer gelegentlich mit kleineren Pausen leben kann, der dürfte mit der gebotenen Leistung jedoch problemlos zurechtkommen. Beim Surfen gefällt zudem, dass sich das Gerät in der liegenden Position auch gut auf dem Schoß bedienen lässt.
Der 32 GB fassende interne Flash-Speicher hat laut AndroBench 3 ähnlich hohe Transferraten zu bieten wie die in den beiden Konzernbrüdern Samsung Galaxy S5 Neo und Galaxy Tab S2 9.7 verbauten Chips. Letzteres kann sich allerdings beim Lesen von Daten – vermutlich aufgrund des schnelleren Prozessors – etwas absetzen. Lenovos Yoga Tab 3 Pro 10 hält mit dem Dreigespann gut mit, fällt allerdings beim sequenziellen Lesen letztendlich klar zurück. Im Basemark OS II werden die Karten neu gemischt: Hier landet das Testgerät im Mittelfeld, während die beiden anderen Samsung Modelle die letzten Plätze belegen.

Einen wirklich guten Job macht der integrierte microSD-Karten-Leser des Galaxy View: Zwar reizt das Tablet mit 51,02 MB/s beim Schreiben von Daten bzw. 77,95 MB/s beim Lesen unsere Referenzkarte nicht vollständig aus (Toshiba Exceria Pro M401, UHS-I Class 3, max. Lesen: 95 MB/s, max. Schreiben: 80 MB/s), dennoch handelt es sich gerade angesichts des verbauten Mittelklasse-SoC um eine tolle Leistung.
Im Gaming-Betrieb kommt die in den SoC integrierte Mali-T720 MP2 GPU zum Zuge, die trotz der eher mäßigen Ergebnisse im 3DMark (2013) sowie GFXBench für erstaunlich flüssige Bildraten bei anspruchsvollen Spielen wie Asphalt 8 (high: 29 fps) oder Real Racing 3 (high: 35 fps) sorgt – Leistungsreserven sind jedoch kaum vorhanden. Aufgrund der großen Bildfläche wirkt die gebotene Grafik allerdings bei Weitem nicht so beeindruckend wie dies bei kleineren Geräten der Fall ist. Mangels Bewegungssensoren muss in Spielen zudem auf virtuelle Steuerungselemente zurückgegriffen werden, wobei hierfür dank des großen Displays viel Raum zur Verfügung steht. Alternativ kann ein Gamepad oder eine Tastatur via Bluetooth verbunden werden.
Da das Samsung Galaxy View durch sein hohes Gewicht von 2,65 kg wohl nur selten direkt in der Hand gehalten wird, spielt die Wärmeentwicklung im Vergleich zu kleineren Tablets eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch erwärmt sich das Gerät unter Last lediglich punktuell auf vollkommen unbedenkliche 41,2 °C. Interessant ist allerdings, dass auch im Idle-Betrieb noch Werte von knapp 40 °C messbar sind. Dies lässt den Schluss zu, dass ein Großteil der Wärme nicht durch den SoC, sondern durch das Display erzeugt wird. Akku Dell Latitude E5420 .

Um das Verhalten der Komponenten unter andauernder Last zu überprüfen, haben wir den Akkutest von GFXBench ausgeführt, der den T-Rex-Test dreißigmal in Folge startet und dabei die gebotene Leistung sowie den Batterieverbrauch protokolliert. Hierbei zeigte sich durch stetig fallende Frame-Raten ein kontinuierlicher Leistungsabfall, der sich jedoch mit rund 6 % in einem akzeptablen Bereich bewegt.
Die beiden zwischen der Rückseite des eigentlichen Tablet-Gehäuses und dem Standfuß verbauten Lautsprecher klingen im Vergleich zu den meisten Lösungen in anderen Mobilgeräten durchaus ordentlich, können jedoch subjektiv nicht an die beispielsweise in Fernsehern üblicherweise verbauten Komponenten heranreichen. Dies zeigt auch unser Pink-Noise-Diagramm, bei dem die Bereiche unterhalb von 300 Hz sowie oberhalb von etwa 3.000 Hz deutlich unterrepräsentiert sind. Auch subjektiv schwächeln die Lausprecher vor allem im Tief- und Hochtonbereich, zudem beginnen sich bei höheren Lautstärken einzelne Klänge zu vermischen, sodass eine differenzierte Wahrnehmung kaum noch möglich ist. Mit 89,46 dB(A) genügt die maximale Lautstärke auch für die Beschallung mittelgroßer Räume. Insgesamt hätte man gerade angesichts der Konzeption des Testgeräts als Medien-Player aber noch etwas leistungsfähigere Lautsprecher erwarten können.

Alternativ kann die Tonausgabe über Kopfhörer erfolgen, die an die 3,5-mm-Klinkenbuchse angeschlossen werden. Im Test war der Klang hierbei unauffällig, Störgeräusche waren nicht feststellbar. Bei Bedarf lässt sich die Tonausgabe zudem mittels der Optionen „Adapt Sound“ und „SoundAlive+“ auf den persönlichen Geschmack des Nutzers anpassen.
Dass das Testgerät mindestens eine Nummer größer als die Vergleichsgeräte ausfällt, zeigt sich auch am deutlich höheren Energiebedarf. Die große Differenz zwischen minimalem und durchschnittlichem Idle-Verbrauch zeugt zudem vom Energiehunger der Display-Hintergrundbeleuchtung. Aber auch unter Last zieht das Galaxy View immer noch 37 % mehr Strom aus dem Akku als das deutlich leistungsfähigere Apple iPad Pro 12.9.

Wieder befüllen lässt sich der Energiespeicher nicht über den Micro-USB-Port, sondern ausschließlich über das beiliegende 40-Watt-Netzteil, das einen gesonderten Anschluss besitzt. Für eine vollständige Ladung werden so rund dreieinhalb Stunden benötigt.
Obwohl der Energieverbrauch des Samsung Galaxy View im Vergleichsumfeld mit Abstand am höchsten ausfällt, kann die Ausdauer des Testgeräts überzeugen. Grund hierfür ist der mit 64,6 Wh besonders große Akku, der im praxisnahen WLAN-Test eine Laufzeit von 8 Stunden und 41 Minuten ermöglicht. Damit liegt das Galaxy View noch vor dem deutlich zierlicheren Galaxy Tab S2 9.7 oder Microsofts Surface Pro 4, muss sich jedoch insbesondere Apples iPad Pro 12.9 klar geschlagen geben. Samsung wirbt darüber hinaus mit bis zu 8 Stunden Akkulaufzeit beim Abspielen von Videos – bei unserem Big-Buck-Bunny-Test wird dieser Wert mit 8 Stunden und 54 Minuten sogar noch deutlich übertroffen. Allerdings können hier die kleineren Vergleichsgeräte mit einem noch größeren Durchhaltevermögen glänzen. Unter maximaler Last und im Idle-Betrieb platziert sich das Galaxy View im Mittelfeld.

Wer noch etwas mehr Laufzeit aus dem Akku quetschen möchte, kann den Energiesparmodus aktivieren, welcher die CPU-Leistung, die Bildschirmhelligkeit sowie die Bildwiederholfrequenz reduziert. Wie bei aktuellen Samsung Geräten üblich wird unabhängig von den Einstellungen bei einem Akkustand von 5 % das Display stark gedimmt, ohne dass dies vom Nutzer verhindert werden könnte. Dieser Kniff dürfte sich auch positiv auf die ermittelten Akkulaufzeiten auswirken.

Samsungs Galaxy View ist ein außergewöhnliches Tablet, dessen primäres Merkmal der extrem große 18,4-Zoll-Touchscreen ist. Diesem Aspekt hat sich jedoch die weitere Funktionalität rigoros unterzuordnen: So leidet unter dem hohen Gewicht, den wuchtigen Abmessungen sowie dem nicht ohne Weiteres demontierbaren Standfuß einerseits die Mobilität, andererseits ist die Funktionalität des Gerätes durch die alleinige Verwendbarkeit im Querformat sowie das Fehlen einer rückseitigen Kamera eingeschränkt. Trotz der ordentlichen Stabilität kann das Gehäuse zudem aufgrund der verwendeten harten Kunststoffmaterialien sowie der klapprigen Tasten kaum Sympathien gewinnen.

Auch die von Samsung speziell für das Galaxy View vorgenommenen Software-Anpassungen erweisen sich nicht immer als sinnvolle Ergänzung zur vorhandenen Android Bernutzeroberfläche. So ist die mit einem separaten Nummernblock ausgestattete Tastatur zwar durchaus gelungen, die neue Startseite mit kachelartiger App-Übersicht wirkt jedoch nicht zu Ende gedacht: Weder können hier vom Nutzer neue Dienste hinzugefügt werden, noch besteht die Möglichkeit, fehlerhafte Verknüpfungen zu entfernen.

Positiv fielen hingegen das flotte WLAN-Modul, die schnelle Anbindung des microSD-Karten-Slots sowie die trotz des riesenhaften Bildschirms noch sehr ordentlichen Akkulaufzeiten auf. Das Gerät eignet sich somit hauptsächlich für Multimedia-Fans, die auf der Suche nach einem begrenzt transportablen Video-Streaming-Gerät sind, das sich dank großer Schaltflächen leicht bedienen lässt und ab und an auch abseits einer Steckdose betrieben werden soll – eine vermutlich eher kleine Zielgruppe. Akku Dell Latitude E6420 .

Durch das hohe Gewicht sowie die großen Abmessungen des Samsung Galaxy View richtet sich das Tablet vorwiegend an Käufer, die für einen besonders großen Touchscreen bereit sind, Einschränkungen in der Funktionalität und Portabilität hinzunehmen.

Wer mit einem wesentlich kleineren Bildschirm zurechtkommt, der erhält mit Samsungs Galaxy Tab S2 9.7 ein leistungsstärkeres, wesentlich leichteres und zugleich hochwertigeres Gerät mit einem guten AMOLED-Display zu einem niedrigeren Preis.