Die preisgünstige ROG-GL-Serie erhielt Skylake, DDR4, USB Typ-C und andere kleinere Veränderungen, um sie auf Touren zu bringen. Wir testen das aktualisierte Modell sowie einen etwaigen Leistungsgewinn mit der von Xotic PC übertakteten GPU.
Anders als die Flagschiff G-Serie oder die extrem leistungsfähige GX-Serie, handelt des sich bei der ROG GL-Serie um eine preisgünstigere Produktlinie für Gamer mit knappem Budget. Sie umfasst 15,6-Zoll-Geräte namens GL552 und die 17,3 Zoll großen GL752-Modelle und konkurriert direkt mit dem Acer Aspire Nitro V15 und V17, der MSI GE- und GP-Serien und den Lenovo Y50/Y70/Y700-Serien.

Zuletzt hatten wir ein GL552-Modell mit Core i7-4720HQ CPU und GTX 950M GPU getestet. Das neueste Testmodell wurde auf eine Skylake i7-6700HQ CPU und GTX 960M GPU, USB Typ-C und DDR4 RAM aktualisiert, um die Leistung zu steigern und die Hardware auf den neuesten Stand zu bringen.

Für ausführliche Informationen über Gehäusequalität und Hardware-Features verweisen wir auf unseren vorigen Test des ansonsten identischen GL552. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Leistung unseres Xotic PC-Gerätes - also auf das, wo sich das System in bester Form zeigt.
In der GL552-Serie wurde das Design verglichen mit dem vorigen GL551 generalüberholt, obwohl die äußeren Merkmale vorwiegend ähnlich sind. Dazu gehören abgerundete Ecken und Kanten und die Verwendung von glatten Kunststoff ohne Aluminium-Oberflächen. Anders als bei unserem voriges Testgerät ist die dicke Basiseinheit sehr fest und unter Verwindungskräften wird kein Knarren hörbar. Druck im zentralen Tastaturbereich verursacht ein nur minimales Nachgeben. Der Bildschirmdeckel ist dagegen schwächer und lässt sich bei mäßiger Kraftanwendung leichter verwinden und eindellen und knarrt dabei. Trotzdem sind die beiden Scharniere stark und wippen beim Tippen nur minimal.

Xotic PC hat das Gehäuse, genauer gesagt den Displaydeckel, optisch etwas verändert. Der Überzug sieht aus wie eine Art Vinylschicht über dem bestehenden Bildschirmdeckel. Dadurch werden die darunterliegenden Oberflächen geschützt, obwohl sie nicht dazu gedacht ist, einfach abgelöst oder entfernt zu werden. Das restliche Gehäuse entspricht dem Asus-Standard.
Das GL552 ist größer und schwerer als viele seine Konkurrenten. Das gilt vor allem verglichen mit teureren, auf Multimedia ausgerichteten Notebooks wie das XPS 15 9550 oder das ZenBook UX501, die in Hinblick auf Transportierbarkeit gestaltet wurden. Das große GL552 ist für Reise und Arbeit im Freien weniger ideal.
Die Schnittstellenausstattung entspricht abgesehen von einer bemerkenswerten Veränderung im Wesentlichen dem älteren GL552JX: Der veraltete VGA-Port wurde zu Gunsten eines USB-3.1-Typ-C-Gen.1-Ports entfernt (kein Thuderbolt). Nur drei USB-Typ-A-Ports, von denen nur zwei USB-3.0-Geschwindigkeit liefern, ist für ein Notebook dieser Größe eher wenig. Außerdem befinden sich die meisten Schnittstellen an den Seitenkanten ziemlich weit vorne, sodass Kabel wahrscheinlicher wertvollen Platz auf dem Schreibtisch belegen und etwa bei der Nutzung einer Maus stören.
WLAN wird durch den auf Gaming ausgerichteten Killer 1535 Netzwerk-Adapter mit Transferraten von theoretisch bis zu 667 Mbps zur Verfügung gestellt. Während unserer Tests traten keine Auffälligkeiten oder unbeabsichtigte Verbindungsabbrüche auf.

Abgesehen von der üblichen Garantiekarte und des Benutzerhandbuchs werden ein Kabelbinder und ein Etui, das auch als Wischtuch verwendet werden kann, mitgeliefert. Asus bietet generisches und Marken-Zubehör für seine ROG-Serie an.
Nur die zwei Speicherschächte und die beiden SODIMM-Slots sind beim GL552 via einer entfernbaren Wartungsabdeckung leicht zu erreichen. Das hat bei Asus eigentlich schon Tradition, denn die Erreichbarkeit von Motherboard-Komponenten ist bei ROG-Notebooks immer ziemlich beschränkt. Das optische Laufwerk kann (anders als bei den meisten MSI-Modellen) nicht leicht entfernt werden und, um die WLAN-Karte zu ersetzen, oder den Systemlüfter zu reinigen, müsste das System weiter zerlegt werden. Ersatzakku Dell XPS M1530 .

In Deutschland werden die Varianten des GL552VW mit zwei Jahren Herstellergarantie (Pick-Up & Return) angeboten. Die Chiclet-Tasten weisen einen Hubweg von 1,8 mm und ein rotes Hintergrundlicht mit mehreren Helligkeitsstufen auf. Das akustische Feedback ist allgemein leise und das taktile Feedback ist fest mit klarem Druckpunkt. Anders als die glatten Handballenablagen sind die Tasten selbst matt und leicht rau, damit man weniger leicht abgleitet und die Genauigkeit erhöht wird.

Im Gegensatz zur aktuellen G752-Serie bietet das System keine eigenständigen Makro- oder Hilfstasten.

Die Touchpad-Oberfläche (10,5 x 7,3 cm) bietet glatte und gleichmäßige Gleiteigenschaften mit reaktionsfreudiger Multi-Touch-Steuerung. Die gesamte Fläche einschließlich des unteren Teils für Mausklicks kann zur Cursor-Steuerung verwendet werden. Bei diesem Touchpad traten keine Verzögerungen oder Probleme bei der Steuerung auf.

Mausklicks zeigen einen festen und eher lauten Klick. Links- und Rechts-Klicks sind ausgeglichen und im vorderen Teil des Touchpads leichter auszulösen. Der für einen Klick benötigte Kraftaufwand ist tendenziell gering, daher sollte bei Cursor-Bewegungen nicht zu viel Druck ausgeübt werden.
Der matte 1080p-Bildschirm wirkt knackig ohne Rauschen oder Körnigkeit, die bei matten Panels häufiger auftreten. Seine durchschnittliche Helligkeit von knapp über 300 cd/m² ist ähnlicher zu teureren Gaming-Notebooks und für die Verwendung in Innenräumen mehr als ausreichend. Außerdem ist der Kontrast ausgezeichnet. Eine schnelle Suche nach dem LG Philips LP156WF6-SPB5 Panel ergibt, dass der gleiche, hochwertige Bildschirm auch im Asus N552VX verwendet wird.

Nahe der oberen Ecken des Bildschirms tritt bei unserem Testgerät ein leichtes Backlight-Bleeding auf. Das Clouding ist stark genug, dass es beim Filmschauen, dem Booten des Notebooks oder Spielen von Games, die schwächer beleuchtete Szenen umfassen, ebenso erkennbar ist.
Die gemessene Farbraumabdeckung ist 53 bzw. 81 Prozent von den AdobeRGB- bzw. sRGB-Standards. Das ist bei hochwertigen IPS-Panels üblich, während billigere Panels oft weniger als 40 bzw. 65 Prozent von AdobeRGB bzw. sRGB abdecken. Das Lenovo Ideapad 500 15ACZ verwendet ein solches. Es ist erwähnenswert, dass offenbar bestimmte Konfigurationen des GL552 für ein weiteres Farbspektrum mit unterschiedlichen Panels ausgestattet sind.
Weitere Bildschirmmessungen mit einem X-Rite Spektrophotometer zeigen genaue Graustufen und Farben auch ohne Kalibrierung. Eine solche verbessert die Eigenschaften, vor allem RGB-Balance und Graustufen, weiter, indem sie die Farbtemperatur leicht erhöht. Trotzdem werden die Farben wegen der unvollständigen sRGB-Abdeckung bei höherer Sättigungsstufe ungenauer.
Die Lesbarkeit im Freien ist im Schatten akzeptabel. Unter direktem Sonnenlicht wirken die Bildschirminhalte verwaschen und längere Verwendung kann für die Augen unangenehm werden. Die Blickwinkel sind von allen Seiten sehr stabil, wobei die Scharniere einen Öffnungswinkel von zirka 150 Grad ermöglichen.

Unser Testmodell ist mit einem Core i7-6700HQ Quad-Core-Prozessor und einer GTX 960M GPU mit 4 GB GDDR5 VRAM ausgestattet. Diese Spezifikationen sind für wertigere Mainstream-Gaming-Notebooks üblich, während Modelle für Gaming-Enthusiasten oft über i7-6820HK und GTX 980M Optionen verfügen. Der Skylake-Kern kann im Idlebetrieb und Stromsparmodus niedriger als 1.000 MHz takten und bei Single-Core-Prozessen mit Höchstleistungsprofil bis zu 3,5 GHz erreichen. Gleichermaßen läuft die GPU mit nur 135/202 MHz Kern/Speicher und erreicht bis zu 1.097/1.352 MHz Kern/Speicher plus Boost. Für zusätzliches Stromsparen mit der HD Graphics 530 ist Optimus implementiert.

Die reine CPU-Leistung ist fast gleich wie beim Broadwell i7-5700HQ, da die beiden Prozessoren abgesehen vom etwas höheren Basistakt der i7-5700HQ (2,7 GHz vs. 2,6 GHz), die gleiche Spezifikation aufweisen. Der Leistungsgewinn ist bei Multi-Core-Aufgaben meist vernachlässigbar, doch addiert sich bei längerer Last wie im wPrime-Benchmark, den die i7-5700HQ um 10 % schneller beendet.

Für weitere technische Informationen und Benchmarks verweisen wir auf unsere CPU-Spezialseite zum Core i7-6700HQ.Die PCMark-8-Ergebnisse sind besser als erwartet, denn unser Testgerät kann die ähnlich ausgestatteten Asus G501VW und Zenbook UX501 übertreffen. Der kleine Vorteil mag der Turbo-Boost-Leistung des Systems unter Last und dem übertakteten GPU-Speicher unseres Systems zuzuschreiben sein.
Via 2,5 Zoll SATA-III-Schacht und M.2-2280-Slot sind zwei Speicheroptionen möglich. Die Übertragungsraten sind in beiden Fällen auf 6 GB/s beschränkt, sodass Systeme mit NVMe-Unterstützung wie das Zenbook UX501 oder XPS 15 9550 das GL552 in puncto Speicherleistung überrunden. Bei diesem System werden offiziell keine RAID-Fähigkeiten unterstützt. Ersatzakku Dell XPS M1730 .

Das primäre 500 GB Samsung SSD 850 EVO Laufwerk in unserer Testkonfiguration schneidet dennoch für seine Klasse sehr gut ab, da es SATA-III-SSDs wie im Ideapad Y700 und MSI GE62 mit Leichtigkeit übertreffen kann. Die sequentiellen Leseraten sind wegen Beschränkungen des Controllers mehr oder weniger bei 500 MB/s gekappt. Indes liefert die sekundäre 9,5 mm HGST HDD durchschnittliche Transferraten von nur unter 102 MB/s laut HDTune, was für ein 7200-U/min-Laufwerk typisch ist.
Die 3DMark-Benchmarks zeigen, dass sich unser Testsystem in allen Fällen nur einige wenige Prozent über dem ähnlich ausgestattetem Acer Aspire V15 Nitro einordnet. Das mag an dem, gegenüber dem Standardtakt von 5010 MHz der Standard-GTX-960M, übertakteten Speichertakt von 5410 MHz liegen. Trotzdem bleibt ein sehr großer Abstand zu Systemen mit GTX 970M.
Die GTX 960M ist in auf Gaming ausgerichtete Laptops verbreitet. Ihre Leistung liegt in unserem Xotic-PC-Gerät wegen des zuvor erwähnten Übertaktens des Speichers minimal über der durchschnittlichen 960M GPU. Die GTX 970M liegt in allen Fällen dennoch deutlich voran. Aktuelle Games können mit der GTX 960M meist in hohen Details auf nativer Full-HD-Auflösung flüssig dargestellt werden.
Das System läuft unter extremer Last sehr gut. Wird Prime95 ausgeführt, bleibt der CPU-Takt bei konstanten 3,1 GHz, während die CPU-Temperatur knapp unter 80 °C liegt. Laufen Prime95 und FurMark gleichzeitig, ist das CPU-Turbo-Boost-Potential beschränkt, während die CPU mit 1027 MHz leicht unter ihren Basistakt von 1097 MHz drosselt. Der maximale Turbo-Boost wird nur für sehr kurze Zeit, bis die CPU-Kerntemperatur 96 °C erreicht, genutzt. Zu diesem Zeitpunkt fallen die Taktraten auf 2,8 GHz, um eine niedrigere Kerntemperatur von 86 °C beizubehalten.

Die Leistung unter Unigine Heaven ist mit konstantem CPU-Turbo-Boost und stetem GPU-Takt von 1262 MHz höher. Ebenso bewegen sich die Kerntemperaturen trotz GPU-Übertaktung im niedrigen bis mittleren 70er-Bereich. Beim Gaming mit dem GL552 brauchen sich User nicht über Throttling-Probleme sorgen.

Auf Akku werden CPU- sowie GPU-Leistung indes massiv beschränkt. Ein 3DMark11-Lauf auf Akku ergibt GPU- bzw. CPU-Ergebnisse von 1510 bzw. 4294 Punkten verglichen mit 5779 bzw. 9007 Punkten im Netzbetrieb.
Das Lüftergeräusch unseres Testgerätes ist mit zirka 33 dB(A) immer hörbar. Die gute Nachricht ist jedoch, dass das Lüftergeräusch während des Gamings nicht viel lauter wird. Unter Unigine Heaven konnten wir zirka 36,6 dB(A) aufzeichnen. Laufen Prime95 und Furmark (Stresstest) gleichzeitig werden 44 dB(A) erreicht.

Unser Xotic PC GL552 ist im Durchschnitt weder deutlich lauter noch leiser als viele seiner Konkurrenten. Das Lüftergeräusch ist beim Gaming sogar leiser als beim dünneren ZenBook UX501. Seine maximale Lautstärke von 44 dB(A) ist unter normalen Umständen sehr unwahrscheinlich, wenn das System nicht gerade bestimmte Benchmarks ausführt oder weiter übertaktet wird.
Die Oberflächentemperaturen sind im Idle-Betrieb mit Ausnahme der vorderen Bereiche des Notebooks, wo sich die Laufwerke befinden, kühl. Diese Stellen können, verglichen mit den 25 °C beim optischen Laufwerk, über 33 °C erreichen.

Unter maximaler Last, konnten wir warme Bereiche von über 45 °C nahe der am nächsten zu den Lüftergrillen gelegenen Kanten messen. Diese Hotspots befinden sich nicht direkt oberhalb der CPU oder GPU, da es zwischen dem Prozessor und dem Chassis einen Luftspalt gibt. Leider bedeutet dies auch, dass die linke Seite der Tastatur bei hoher Last wie Gaming viel wärmer wird als die rechte.

Konkurrenzmodelle wie das MSI GE62 werden mit Durchschnittswerten von fast 50 °C viel wärmer, während sich beim generell kühleren Ideapad Y700 15ISK die Hitze nach hinten zu, weg von den WASD-Tasten, konzentriert.
Die Klangqualität der direkt über der Tastatur befindlichen Lautsprecher ist bestenfalls durchschnittlich. Bass fehlt deutlich, obwohl die Größe des Notebooks etwas anderes vermuten ließe und die maximale Lautstärke ist leiser als bei anderen Gaming-Notebooks. Wiedergabe bei höheren Lautstärken rauscht und scheppert nicht, doch Kopfhörer sind für ein viel besseres Hörerlebnis dennoch empfehlenswert.
Der Stromverbrauch ist auch im Idlebetrieb vergleichsweise hoch. Daher sind, wie unsere Akkulaufzeittests zeigen, die Laufzeiten ziemlich kurz. Der Spitzenverbrauch unter Last beläuft sich auf 114 W, während der Adapter einen maximalen Nenn-Output von 139 W liefert.
Die zu erwartenden Akkulaufzeiten sind sehr kurz. Unser Testgerät erreichte unter WLAN-Bedingungen (150 cd/m² Helligkeit, Profil "Ausgewogen", integrierte GPU aktiv) nur knapp über 2 Stunden verglichen mit mehr als doppelter Laufzeit beim Asus N552 oder Zenbook UX501 unter ähnlichen Bedingungen. Mitunter können kleine Modifikationen zugunsten geringfügig höherer Leistung unserer Xotic-PC-Version des GL552VW hier negativ beitragen. Erfreulicherweise lässt sich der interne 48-Wh-Akku von hinten leicht entfernen und ersetzen. Das ist bei vielen Gaming-Notebooks dieser Tage nicht mehr der Fall.

Aufladen von null bis 100 % dauert zirka 2,5 Stunden. Der Stromadapter ist mit 16 x 7,5 x 3,5 cm relativ klein.
Da Xotic-PCs übertaktet und einsatzbereit ausgeliefert werden, können unsere Temperatur-, Geräusch-, Leistungs- und Akkulaufzeitmessungen von einem Standard-GL552VW abweichen. Die reine GPU-Leistung unseres Xotic PC GL552VW liegt tatsächlich konsistent geringfügig über anderen Systemen mit einer Standard-GTX 960M, was allerdings auf Kosten eines lauteren Lüftergeräusches, höheren Stromverbrauchs und kürzerer Akkulaufzeit geht. User, die sich um ein primäres Gaming-Notebook umsehen, das selten abseits der Steckdose benutzt wird, werden diese Nachteile weniger ausmachen. Ersatzakku Dell XPS M1330 .

Gewicht und Größe sind die größten Nachteile des GL552VW. Wer ein Gaming-Notebook für hauptsächlich Indoor-Verwendung sucht, für den bietet Asus ein ausgezeichnetes 1080p-IPS-Display, guten Overclocking-Headroom, und ein festes, schlichtes Chassis.

Von einem "normalen" GL552VW darf eine minimal geringere Leistung bei niedrigeren Emissionen und einer etwas höheren Akkulaufzeit erwartet werden. Mit erheblichen Unterschieden ist obgleich der kleinen Eingriffe von Xotic-PC allerdings nicht zu rechnen.